Kolumne

Heute ist ein Drittel meines Lebens vorbei

22. November 2016

Heute ist ein Drittel meines Lebens vorbei. - Kolumne - duttmaedchen

Heute ist mein 27. Geburtstag. Im Durchschnitt leben wir Frauen 79,05 Jahre. Das sind rund 28853,25 Tage. Einige mehr, andere weniger. Dennoch ist für mich heute knapp ein Drittel meines Lebens vorbei. Habe ich das erreicht, was ich mir für mich vorgestellt habe? Und was ist, wenn das Leben nicht so spielt wie man es sich wünscht? Laut Statistik habe ich ein Drittel meines Lebens hinter mir. Habe ich deshalb Angst?

Inspiriert wurde ich von Maddie, die im Juli 2016 ebenfalls einen gleichnamigen Post auf ihrem Blog dariadaria.com veröffentlicht hat. Ihr Text hat mich zum Nachdenken angeregt und heute bin ich wie sie 27 Jahre alt geworden und habe ein Drittel meines Lebens hinter mir. Natürlich macht man sich dann so seine Gedanken – was noch kommen wird und was man bisher erreicht hat. Denn schaut man sich den Life Calendar an, dann wir einem auf drastische Weise verdeutlicht: Das sind nicht unendlich viele Kästchen!

Jedes Kästchen steht für eine Woche eures Lebens. Der Life Calender ist etwas großzügiger als die Statistik und bemisst das Leben mit 90 Jahren.

life-calendar-product_d28f2d7d-4704-4feb-971e-910fd58a3d7b_2048x2048

Das Leben ist einfach viel zu kurz. Jeder kennt diese typischen Floskeln wie ,,Lebe jeden Tag als wäre es dein letzter“. Auch wenn das immer so leicht dahin gesagt ist und ihr es vielleicht für naiv und einen idealistischen Weltverbesserungsquatsch haltet. Verdammt noch mal es stimmt! Wir sollten jede Sekunde, die wir hier verbringen dürfen genießen und mit Leben füllen. Vergeudet eure Zeit nicht mit Menschen und Dingen, die euch herunterziehen und unglücklich machen. Ihr habt nunmal kein zweites oder drittes Leben parat, in dem ihr alles anders machen könnt. Lebt jetzt! In diesem Moment! Seid glücklich und tut vor allem das, was euch glücklich macht. Es ist euer Leben und nicht das der anderen. Denn wenn ihr es immer nur den anderen recht machen wollt, dann kommt stets einer zu kurz: ihr. Und ja, das ist auch wieder so eine Floskel, die man zwar oft irgendwo aufschnappt, aber dann tief im Inneren wieder vergräbt.

Verschiebt euer Leben nicht auf morgen. Lebt heute! Denn vielleicht ist es morgen schon zu spät. Werdet euch bewusst, dass ihr gerade diesen Moment – in dieser Sekunde – nie wieder erleben werdet. Auch wenn es hart klingt, aber das Leben verfliegt und meistens schneller als man denkt. Lebt eure Träume jetzt, denn aus einem irgendwann wird sonst ein niemals.

Plant euer Leben nicht! Denn in den meisten Fällen läuft das Leben niemals so ab, wie man es sich schön für die nächsten fünf Jahre zurechtgelegt hat. Macht euch deshalb lieber eine Bucket List: eine ganz persönliche Wunschliste eurer Lebensträume. Dinge, die ihr unbedingt noch tun wollt bevor ihr sterben werdet. Diese Liste soll euch an euer ganz persönliches “Warum“ erinnern. Warum seid ihr hier auf der Welt?

Geht auch mal Risiken ein! Wählt nicht immer den bequemsten Weg. Es ist okay, wenn ihr am Ende dann doch daran scheitert. Misserfolge gehören zum Leben dazu. Es ist auch okay, wenn ihr lieber eine Ausbildung statt eines Studiums machen wollt oder den Studiengang zu wechseln oder sogar abzubrechen. Macht es! Es ihr für euch und ihr entscheidet wie ihr leben möchtet. Ich habe nach meinem Modemanagement-Studium noch mit Jura begonnen. Ein harter und nicht immer einfacher Brocken, aber ich wollte mehr für mein Leben und unbedingt noch etwas lernen. Ob ich jemals als Anwältin arbeiten werde? Ich weiß es nicht. Aber im Moment bin zufrieden so wie es ist. Ich habe mein Studium und bin glücklich damit, auch wenn Studentenjahre keine Herrenjahre sind. Messt euch nicht an anderen. Schafft euch eure eigene kleine Welt. Es wird sowieso nicht jeder verstehen, weshalb ihr dies oder jenes macht. Aber das müssen sie auch nicht.

Findet nicht immer ein “Aber“. Kinder denken nicht nach, sondern machen es einfach. Sobald wir jedoch erwachsen werden, verkompliziert sich alles. Wir gehen an die meisten Dinge zu verkopft heran. Vielleicht hassen wir auch einfach nur Veränderungen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, aber sollten wir deshalb in einer Beziehung bleiben oder einen Job behalten, die uns nichts geben – nur aus Gewohnheit? Als Außenstehender würden wir ganz klar mit Nein! antworten. Wie sieht es aber aus, wenn wir direkt betroffen sind? Dann fallen uns doch wieder zig “Aber“ ein…

Nehmt euch eine ruhige Minute Zeit und notiert alles, was ihr euch wünscht, was euch erfüllt, was ihr erleben wollt und was eure Träume sind – eine Bucket List eben. Macht es jetzt gleich und verschiebt es nicht auf morgen. Denn irgendwann werdet ihr realisieren, dass es dann zu spät sein wird. Niemand kann die Zeit zurückdrehen und niemand sagt euch, was wirklich gut für euch ist. Das wisst nur ihr. Und es ist vor allem in Ordnung immer noch unsicher zu sein. Das Leben schreibt seine eigenen Geschichten, aber ihr seid der Protagonist!

Heute ist mein 27. Geburtstag und ein Drittel meines Lebens ist vorbei. Angst habe ich deshalb nicht. Ich arbeite gerade an meiner Bucket List, denn ich will leben, leben, leben.

10 Comments

  • Reply Anja 22. November 2016 at 12:01

    Alles Gute zum Deinem Drittel.
    Beeindruckend Deine Ansichten.
    Dies schreibt eine 49 Jahre Frau, die drei Viertel schon rum hat, leider. Und es fehlt noch so viel, doch leider sind Wünsche nicht immer so einfach zu realisieren.

    • Reply duttmaedchen 23. November 2016 at 13:31

      Da hast du vollkommen recht. Wünsche sind eine großartige Sache, aber leider nicht immer für jeden machbar. Aber das Träumen sollten wir uns trotz allem nicht nehmen lassen!

  • Reply Pirates and Mermaids 22. November 2016 at 12:36

    Erstmals happy Birthday!
    Du hast ja so recht, auch ich beschäftige mich oft damit. Manche Dinge stellen einem aber schon auch vor ganz schön schwierigen Entscheidungen. Mein Freund zum Beispiel hat einen relativ guten Job, sein Traum ist jedoch ein ganz ein anderer, in dem man sehr wenig verdient und die Chance auf Erfolg relativ gering ist. Wofür entscheidet man sich die Comfort Zone oder doch eher das Abenteuer? Ist immer das Abenteuer die richtige Entscheidung?
    Ich habe vor mein Leben im nächsten Jahr sehr zu verändern, davon wissen nur wenige. Noch immer hadere ich, ob die Entscheidung wirklich die Beste ist. Das Ausbrechen aus der eigenen Komfortzone ist manchmal schwieriger als man glaubt und auch wenn ich weiß, dass man ganz schön viel Zeit seines Lebens verschwendet mit Dingen, die man nicht liebt, ist es oftmals leichter (einfacher), als den Schritt ins Abenteuer zu wagen.
    Aber du hast recht, die Ziele einer Bucketlist sollte man auf alle Fälle auch umsetzen. das habe ich auch für mein Leben geplant (und meine Liste ist lang).

    Alles Liebe
    Lisa

    • Reply duttmaedchen 23. November 2016 at 13:35

      Dankeschön 🙂

      Das mit dem Ausbrechen aus der Comfort Zone kann ich total nachvollziehen, denn obwohl ich mit meinem Studium sehr zufrieden und glücklich bin, habe ich doch noch einen großen Wunsch, der alles verändern würde. Aber das ist nicht so leicht realisierbar bzw. müsst ich dafür hier alles aufgeben und ob man da dazu am Ende dann bereit ist hmmm. Es ist und bleibt ein schwieriges Thema und jeder geht damit anders um, aber wir sollten stets das Beste aus allem machen und unserem Herzen folgen. Denn das ist für mich das Wichtigste!

      Liebe Grüße
      Caro

  • Reply Dorie 22. November 2016 at 18:23

    Happy Birthday. Brr, auf den Gedanken bin ich nie gekommen. 27 ist noch so jung!
    Obwohl ich dir bei deinen Ansätzen zustimme.
    Also auf geht’s: lebe, lebe, lebe! 🙂 ich wünsche dir viel Spaß und Glück dabei!
    Liebe Grüße, Dorie
    http://www.thedorie.com

    • Reply duttmaedchen 23. November 2016 at 13:36

      Ja, 27 ist auch noch jung. Ich habe ja auch nicht direkt behauptet, dass ich nun alt wäre. Aber man macht sich schon irgendwie seine Gedanken und dann kommt sowas wie der Blogpost dabei heraus 🙂

      Liebe Grüße
      Caro

  • Reply Eine entfernte Verwandte ;) 22. November 2016 at 21:44

    Ich glaube, man muss sich einfach von Zahlen lösen. Ich glaube, wenn ich jede Woche ein Kästchen auf einem Blatt Papier wegstreichen würde – das würde mich wahnsinnig machen 🙂
    Ich denke, ein Drittel deines Lebens ist nicht einfach „vorbei“ – du feierst dein Leben einfach seit 27 Jahren!
    Ich wünsche dir alles alles Liebe zum Geburtstag! Würd mich freuen, wenn wir uns mal wieder sehen!

    • Reply duttmaedchen 23. November 2016 at 13:41

      Da hast du vollkommen recht. Ich streiche auch nicht wie eine Irre die Kästchen ab, das wäre zu hart. Aber ich musste mir das schon irgendwie mal visuell vor Augen führen und meine Gedanken dazu festhalten. Wir sollten jeden Tag unseres Lebens feiern, genau wie unsere 27 Jahre liebe Steffi 🙂
      Ich würde mich auch sehr freuen, wenn wir uns bald mal wiedersehen. Es steht ja Weihnachten vor der Tür – eine gute Gelegenheit würde ich sagen 🙂

  • Reply Tatjana 23. November 2016 at 11:25

    Hey, erstmal alles Gute zum Geburtstag! Einen tollen Blog hast du! Gefällt mir sehr..
    Und mit dem Alter beschäftige ich mich leider auch oft.. Leider.. dabei haben wir garkeinen Grund dazu.
    Liebe Grüße und feier noch schön!
    Tatjana

    • Reply duttmaedchen 23. November 2016 at 13:37

      Dankeschön 🙂 irgendwie hat man auch noch keinen Grund dazu, aber irgendwie kommen die Gedanken schon ab und an und mit dem Post wollte ich sie festhalten!

      Liebe Grüße
      Caro

    Leave a Reply