Kolumne

Geständnis einer Nicht-mehr-ganz-so-Mitte-Zwanzigjährigen

10. März 2016

Geständnis einer Nicht-mehr-ganz-so-Mitte-Zwanzigjährigen - Kolumne - duttmaechen

Meine Waage habe ich schon lange aus dem Badezimmer verbannt und in die Mülltonne verfrachtet. Ich halte nichts von Zahlen und ganz besonders nichts von dieser einen Zahl auf dem unschönen Ding. Eine Zahl ist und bleibt für mich nur eine Mengenangabe. Ein Abbild von Dezimalzahlen, an denen doch irgendwie so viel hängt. Sie verbreiten gerade bei uns Frauen gute oder schlechte Laune, lassen uns an uns selber zweifeln …

… und knallen einem ohne jegliche Vorwarnung die eigenen Makel und Ängste vor die Füße. Ja, ich hasse Waagen! In unserer Gesellschaft dreht sich viel zu viel um Gewicht und Körperfettanteil. Einerseits sind die heutigen Insta-Girls alle mit Size Zero unterwegs und dann posten sie wiederum auf Instagram oder Snapchat Bilder wie sie sich jeden Tag Zuckerbomben à la Donuts oder die fettesten Burger reinhauen. Ich meine – Hallo? Deren Ernst? 

Obwohl ich schon lange nicht mehr auf einer Waage stand, weiß ich, dass ich zugenommen habe. Vielleicht sieht man es nicht auf den ersten Blick und der eine oder andere wird es auch gar nicht bemerken, aber ich weiß es! Mein eigenes Körpergefühl sagt es mir. Ich fühle mich nicht mehr wohl, bin unausgeglichen, miesepetrig gestimmt und das seit Wochen. Dennoch habe ich mich nie aufraffen können, um meinen inneren Schweinehund zu überwinden und zum Sport zu gehen. Ständig kam etwas dazwischen: der Alltag und die Faulheit. Vor einigen Jahren hatte ich es kurz geschafft aus meiner Routine auszubrechen und habe mich in einem Fitnessstudio angemeldet. Ganze vier Monate habe ich es durchgehalten, bin regelmäßig zum Training gegangen und hatte mühsam meine Ernährung umgestellt. Dann kam Ida und der Stress mit so einem kleinen Welpen und ich habe meine neue erarbeitete Sport-Routine schleifen lassen. Anfangs kaum bemerkbar, mal hier und da eine Woche, aber dann immer mehr und mehr. Irgendwann war ich dann eine der berühmten Karteileichen des Fitnessstudios – eine, die ich zu Beginn doch nie werden wollte. Es kam mal wieder der Alltag dazwischen!

Ich fühle mich wie ein aufgedunsener Fisch, der am Strand liegt und nach Luft ringt!

Mit Anfang zwanzig steckt man die Sportmuffelei noch gekonnt weg. Man ist fit, rennt von einem Studentenjob zum nächsten. Aber jetzt? Mittlerweile ist es mehr als drei Jahre her, dass ich regelmäßig Sport getrieben habe. So regelmäßig, dass ich sogar Erfolge gesehen habe. Bei mir ist das nämlich so eine Sache mit dem Sport: Sehe ich keine Veränderung, dann verliere ich schnell die Lust und meine Motivation weiterzumachen. Spätestens jetzt merke ich aber, dass meine Sporteinheit damals doch etwas gebracht hat und genau da will ich wieder hin. Weg mit der Cellulite und dem Lebkuchen-Schwabbelspeck, der noch von Weihnachten mein täglicher Begleiter ist! Das Wort Bauchmuskeln traue ich mich dabei gar nicht in den Mund zu nehmen. Der erste Schritt ist getan, ich habe mich für ein Probetraining angemeldet – in einem Studio, welches fast nebenan ist. Dann habe ich weniger Ausreden. Denn so ist das nun mal mit dem Sport, um Ausreden ist man in dieser Sache nie verlegen.

Ich muss unbedingt in Form kommen.
Ich bin motiviert.
Ab Montag geht es los – ganz bestimmt!

2 Comments

  • Reply Jana 11. März 2016 at 14:59

    Was für ein wunderbar ehrlicher Beitrag!
    Ich hatte auch schon oft eine Sport-Routine und hab sie dann wieder fallen lassen. Der Alltag kam dazwischen oder eben das Fehlen des Alltags z.B. in den Semesterferien.
    Momentan versuche ich durch die App Sworkit und Youtube-Videos wieder etwas in Form zu kommen. Gerade klappt das noch recht gut, auch wenn es täglich nur an die 20 Minuten sind. Aber irgendwie muss man ja anfangen.
    Ich wünsch Dir auf jeden Fall viel Erfolg bei deinem neuen Versuch!

    Lieben Gruß
    Jana

  • Reply duttmaedchen 22. März 2016 at 18:17

    Liebe Jana,

    danke für deinen lieben und unterstützenden Kommentar! Es geht also nicht nur mir so mit dem Sport und der Fitness-Routine, da bin ich ja schon mal beruhigt. Ich habe es auch schon mal mit YouTube-Video und Fitness-DVD versucht, aber zu Hause kann ich mich einfach nicht aufraffen. Ich dackel jetzt seit einer Woche regelmäßig ins Studio und ich hoffe, dass die Motivation erstmal bleibt.
    Ich wünsche dir für deinen Fitness-Weg ganz viel Motivation <3

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